Zu Besuch bei GrowCity / CityGrow in Wien

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Dass sich die österreichische Hauptstadt Wien in den letzten Jahren zu einem Hotspot in Sachen Cannabis entwickeln konnte, haben wir bereits in früheren Artikeln thematisiert. Diese Entwicklung nahm gerade im Jahr 2010 an Fahrt auf, als mit der Eröffnung der „Grow-City“ eine neue Ära in puncto Größe und Präsentationsfläche im Growshop-Sektor eingeläutet wurde. Bis heute zählt die GrowCity zu den größten Growshops Europas — wenn nicht der Welt. Und sie hat offensichtlich so manchen Nachahmer gefunden — selbst der Name wurde kopiert. Was Stivi als Gründer und Inhaber darüber denkt, hat er uns in folgendem Interview erzählt.

grow! Hallo, Stivi, vor etwa dreieinhalb Jah-ren haben wir uns das letzte Mal über die GrowCity unterhalten. Damals hatte gerade die Eröffnung stattgefunden. Wie hat sich seitdem das Ganze entwickelt?
Stivi: Wie du sehen kannst, sehr gut! Wir wachsen und gedeihen.
grow! Und es ist ja nicht bei der GrowCity geblieben …
Stivi: Etwa ein halbes Jahr nach der „Grow-City“ haben wir im Wiener Innenstadtbereich das „CityGrow“ eröffnet. Er ist nur 500 Meter von unserem Stammhaus, dem „Bushplanet“ in der Esterhazygasse, entfernt.
grow! Was hat euch motiviert, den Grow-shop auszulagern, immerhin hattet ihr über viele Jahre den Head- und Growshop Tirol unter einem Dach?
Stivi: Ja, dass schon, allerdings befand sich der Growshop in den Kellerräumen – ohne Aufzug oder Ähnliches. Und Growequipment kann recht schwer sein — man denke nur an Erdesäcke oder Vorschaltgeräte. Das heißt, wir haben über all die Jahre so manche Tonne in den Keller getragen, um sie dann, gemeinsam mit unseren Kunden, wieder hinauszuschleppen. Im CityGrow kann man bei Bedarf mit den Auto vorfahren, dort ist es ebenerdig und somit viel einfacher. Er liegt in einem Hinterhof, dort befinden sich auch ein Yogazentrum und eine Tanzschule, es ist also sehr diskret.
grow! Und der Bushplanet ist nun ein reiner Headshop?
Stivi: Genau, im Bushplanet konzentrieren wir uns auf Paraphernalia und anderen Headshopbedarf. Wenn’s ums Growen geht, muss man zum CityGrow oder in die GrowCity …
grow! Was denkst du über den Trend zu im-mer größeren Growshops?
Stivi: Nun, wir haben damit angefangen, deshalb kann ich mich wohl kaum darüber beschweren. Ich finde es sehr interessant zu beobachten, wie immer mehr Growshops nachziehen und sich dieser Trend zu immer größeren Hallen entwickelt hat.
grow! Und wenn man sich in unmittelbarer Nähe der GrowCity umschaut, hier schießen die Growshops ja wie Pilze aus dem Boden …
Stivi: Den Eindruck könnte man tatsächlich bekommen. In den letzten drei Jahren ist hier ein kleines „Cannabis-Industrie-Gebiet“ entstanden.
grow! Hatte das Auswirkungen auf deine Geschäfte? Man sagt zwar, dass Konkurrenz das Geschäft beleben würde, aber deckt sich das auch mit deinen Erfahrungen?
Stivi: Wir haben hier eine durchweg positive Entwicklung erlebt. Was das angeht, hat die zunehmende Konkurrenz nicht geschadet. Wir haben auch Anfragen aus dem Ausland erhalten, wo es um unsere Erfahrungen beim Aufbau der GrowCity ging. Sie wollten zum Beispiel wissen, wie wir die Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten gestaltet haben. Dazu kann ich nur sagen, dass es mir bei Partnerschaften darum geht, dass beide Seiten zufrieden sind und einen Mehrwert von der Kooperation haben. Es geht dabei nicht nur ums Geld-verdienen, es muss auch Spaß machen und Erfüllung bringen, sonst sollte man besser etwas anderes tun.
grow! Hast du vor, ins Ausland zu expan-dieren? In Tschechien gibt es ja schon eine GrowCity …
Stivi: Mit der GrowCity in Tschechien haben wir aber nichts zu tun. Die haben lediglich unseren Namen „übernommen“.
grow! Ohne euch zu fragen oder zu informie-ren? Und willst du dir das gefallen lassen?
Stivi: Ich bin kein Typ, der gleich die Anwälte losschickt und Klage einreicht. An-fangs hat mich das schon geärgert. Mittlerweile denke ich mir, wenn unser Konzept oder der Name schlecht wären, würde es wohl kaum kopiert werden.
grow! Es werden in der Regel nur gute Sachen kopiert, insofern kannst du das als Kompliment verbuchen.
Stivi: So versuche ich das auch zu sehen … Dabei stellen wir immer wieder fest, dass es nicht nur auf die Größe des Shops oder den Wohlklang des Namens ankommt, sondern
vor allem auf guten Service und eine kompetente Beratung. Gerade im Growbereich ist ein solides Grundwissen die Voraussetzung dafür, dass der Kunde Erfolg hat und wiederkommt.
grow! Aber ist das Thema Beratung im Growshop nicht auch mit einem gewissen Risiko für den Growshopbetreiber verbun-den? Denn aus der „Beratung“ könnte ein Staatsanwalt eine „Beihilfe“ ableiten, die strafrechtlich durchaus relevant sein kann.
Stivi: Wir weisen unsere Kunden immer auf die geltenden rechtlichen Bestimmungen hin. Uns ist ja auch daran gelegen, dass unsere Kunden keine Probleme bekommen. Ansonsten vermitteln wir theoretisches Wissen zum Thema Pflanzenanbau.
grow! Ich verstehe, wenn jemand Paprika oder Tomaten anbauen möchte, funktioniert das nicht anders als beim Hanf …
Stivi: Genau, so lange mir der Kunde nicht sagt, dass er damit etwas Illegales machen möchte, kann ich ihm die Funktionsweise unserer Produkte ohne Weiteres erklären.
grow! Ihr habt hier viele schöne Hanfpflanzen herumstehen. Sind die nur zur Deko oder verkauft ihr die auch?
Stivi: Die sind nur Dekoration, Stecklinge verkaufen wir hier nicht. Das wäre wohl auch zu viel des Guten, denn wenn Stecklinge und Growequipment zusammen verkauft werden, kann das für die Staatsanwaltschaft ein hinreichender Grund sein, um Probleme zu machen.
grow! Und auf Probleme könnt ihr gerne verzichten …
Stivi: Absolut! Zumal es bereits Gerichtsurteile gibt, aus denen klar hervorgeht, dass der Stecklingsverkauf und der Handel mit Equipment unter einem Dach automatisch als Beihilfe ausgelegt werden.
grow! Wie viele Leute arbeiten hier?
Stivi: In allen drei Läden zusammen sind wir 35 Mitarbeiter.
grow! Das beinhaltet eine gewisse Verantwortung.
Stivi: Wenn man bedenkt, dass viele Mitarbeiter Familie haben, kommt man auf eine dreistellige Zahl von Leuten, die von diesem Betrieb leben. Und diese Verantwortung ist uns bewusst, und wir schultern sie gemeinsam. Mir ist es sehr wichtig, dass sich unsere Mitarbeiter als Teil der Firma verstehen, dass sie sich gerne dafür einsetzen, es ihnen Spaß macht und sie nicht nur des Geldes wegen kommen. Natürlich ist Geld in unserer Gesellschaft nicht unwichtig, aber es sollte nicht alles dominieren. Ich denke, dass jemand, der seine Arbeit gerne macht, auch daran interessiert ist, sie gut zu machen. Wir haben deshalb auch Sozialräume für unsere Mitarbeiter eingerichtet, wie etwa die Küche mit Gratis-Bio-Essen und einen Chillraum mit Flipperautomat, Tischfußball und Ähnlichem.
grow! Und einen Boxsack haben wir auch schon gesehen – falls mal jemand schlechte Laune hat?!?
Stivi: Genau, der ist zum Abreagieren ge-dacht … und natürlich auch zum Fitbleiben, dazu gibt’s auch noch eine Klimmzugstange, Balance- und Skateboards sowie ein BMX-Bike.
grow! Du warst früher auch politisch sehr aktiv, was du infolge deiner betrieblichen Aufgaben stark einschränken musstest …
Stivi: Das ist wahr, früher habe ich das „Hanffeuer“, den Vorläufer des „Hanfwan-dertags“, und andere Hanfevents veranstaltet. Das möchte ich gerne wieder in-tensivieren. Wir sind bereits Mitglied im Österreichischen Hanfverband (ÖHV) und unterstützen ihn, so gut es geht. Ich halte
es für sehr wichtig, dass es in der Hanfbranche einen zentralen Ansprechpartner gibt, der uns nach außen repräsentieren kann. Außerdem möchte ich im nächsten Jahr eine „Tour de Hanf“ durch Österreich machen. Bisher ist es nur eine Idee, aber wenn alles klappt, fahren wir für einige Wochen mit unserem Bushmobil durchs Land und veranstalten – gerade in kleinen, konservativen und unaufgeklärten Ortschaften – HanfInfo-Tage. Im Bushmobil wird dann wieder unser mobiler Hanf-Garten mit dabei sein und abends gibt’s Party mit Soundsystem.
grow! Das hört sich doch schon sehr interessant an. Vielleicht können wir euch in irgendeiner Form unterstützen oder sogar mitmachen?
Stivi: Warum nicht? Noch ist es etwas zu früh, aber sobald das Konzept ausgereift ist, können wir etwas planen.
grow! Okay, dann warten wir ab und freuen uns auf ein interessantes Jahr 2014. Dir erst mal vielen Dank für das Gespräch, wir bleiben in Kontakt …

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